
Renaturierung der Queich: Ein Geschenk für Flora und Fauna in Landau.

Die Ausgangslage
Unter Renaturierung versteht man die aktive Wiederherstellung eines natürlichen Zustands von Ökosystemen. Das bedeutet aber nicht – wie man denken könnte – eine Fläche einfach sich selbst zu überlassen. Die Wiederherstellung von Ökosystemen ist komplex und meist aufwändig und teuer. Jedoch lohnt sich der Aufwand langfristig. Durch Renaturierung können Treibhausgasemissionen reduziert, der Wasserhaushalt stabilisiert und die biologische Vielfalt gefördert werden. Im Rahmen zur Förderung der Gewässerentwicklung wurde im Jahr 2017 an der Queich im Stadtgebiet Landau ein Pilotprojekt genau dafür ins Leben gerufen. Es wurde ein zweiter naturnaher Queicharm geschaffen und die gesamte Bodenoberfläche wurde bepflanzt. In den Jahren 2020/2021 erweiterte die Stadt Landau das Projekt mit einer Forschungsanlage zur Untersuchung der Wasser-Land-Vernetzung. Der Zweck der Anlage besteht darin, die Interaktion zwischen Wasser und Land sowie die Auswirkungen von Veränderungen in Gewässern auf Nahrungsnetze und Flora und Fauna unter verschiedenen simulierten Bedingungen zu untersuchen. Dafür wurden mehrere Mulden aus Lehm angelegt, die mit Wasser aus der Queich durchlaufen werden. Durch diese Simulation können präzise Ergebnisse unter kontrollierten Bedingungen erzielt werden, die man auf größere Flussläufe übertragen kann.

Die Umsetzung
Die Anlage teilt sich in 16 identische Versuchsbereiche auf, die jeweils eine Fläche von 15 x 5 Meter einnehmen. In den Versuchsbereichen befindet sich eine 0,5-1 Meter breite Fließmulde, welche ein Bachbett und einen angrenzenden Überflutungsbereich simuliert. Das benötigte Wasser für die Gerinneanlage wird aus dem angrenzenden Fließgewässer der Queich entnommen und nach Durchlauf wieder zurückgeführt. Die Mulden haben am Einlauf einen fünf Meter langen Beruhigungsbereich, um den einlaufenden Wasserstrahl aus dem Zulaufs-Rohr einheitlich zu verteilen. Ein Netzzelt grenzt die Simulationsfelder von der Umwelt und benachbarten Bereichen ab. Da die Queich in den Sommermonaten häufig sehr geringe Wasserstände aufweist, kann die Anlage bei Trockenheit im Rezirkulationsbetrieb gefahren werden. Hierfür sind am Ende jeder Rinne Pumpen in einem Schacht verbaut, welche das Wasser durch eine unterirdische Rohrleitung an den Beginn der Rinne fördern. Zur Kompensation von Verdunstungsverlusten im Rezirkulationsbetrieb gibt es an jeder Rinne einen Frischwasseranschluss. Die Anlage bietet die perfekte Grundlage, um Vorgänge in einem Flusslauf und der umliegenden Umgebung genauer zu betrachten. Hauptsächlich wird der Austrag von in Gewässern vorkommenden Problemstoffen, sogenannten Mikroschadstoffen, auf das angrenzende Trockenland untersucht. Auch das Vorkommen und der Schlupf von Wasserinsekten sowie die Folgen für die an Land lebenden räuberischen Insekten oder Spinnen werden beobachtet. Außerdem werden Auswirkungen des Klimawandels auf die Flora und Fauna an Gewässern erforscht. Neben Trockenstress können auch Überflutungsphasen und die damit verbundenen Folgen für Flora und Fauna simuliert werden. Anhand dieser Beispiele wird deutlich, dass die Forschungsanlage jetzt und auch in Zukunft ein breites Anwendungsspektrum bietet, um wertvolle Daten zu erfassen.

Die Qualität der Pumpentechnik ist von entscheidender Bedeutung, um präzise Ergebnisse zu erzielen. Sie muss rund um die Uhr zuverlässig funktionieren. Zusätzlich müssen die Pumpen individuell regelbar sein, um verschiedene Testreihen in den einzelnen Bereichen durchführen zu können. Mit SPECK haben wir den idealen Partner gefunden, der uns all diese Anforderungen erfüllt.<<
Die Technik
Der Aufbau und die Funktion der Anlage sowie der Betrieb mit natürlichem Flusswasser sind in der Forschung einzigartig. Im Normalbetrieb wird Wasser aus der benachbarten Queich ungefiltert angesaugt und durch die Strömungskanäle geleitet. Hierfür wurde an jedem Kanal eine BADU Eco Motion von SPECK Pumpen verbaut, um das Wasser aus der Queich zu pumpen. Die Pumpen laufen während der Versuchszeit von acht bis zehn Monaten 24 Stunden am Tag. Jede verfügt über eine eigene Ansaug- und Druckleitung, sodass Quereinflüsse von den Abnahmestellen und den Pumpen ausgeschlossen sind. Das dezentrale Pumpensystem hat den Vorteil, dass die Pumpen einzeln und individuell geregelt und gewartet werden können. Außerdem konnte auf ein schweres Einlaufbauwerk direkt am Gewässer verzichtet werden. Die Pumpen wurden mit Frequenzumrichtern verbaut, damit die Drehzahl an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden kann. Die verbauten Pumpen werden ohne Fangkorb verwendet, sodass Tiere die Pumpenköpfe passieren können und so eine natürliche Besiedlung der Gerinne darstellen. Über den Auslauf aus den Gerinnen können die Organsimen wieder in die Queich zurückgelangen. Die hydraulische Auslegung und Berechnung der Anlage übernahm SENECT aus Landau in guter Zusammenarbeit mit SPECK. Die Überwachung der Pumpenleistung, Abschaltung und Datenaufzeichnung der Wasserqualitäts-Parameter – Wasserstände, Sauerstoff, pH-Wert und Temperatur – wird mit SENECT Steuerungstechnik umgesetzt. Das System ist vernetzt, sodass per Fernzugriff alle relevanten Parameter per App abgelesen werden können.

SENECT GmbH & Co. KG
Die SENECT GmbH & CO. KG mit Sitz in Landau ist Entwickler und Hersteller von hochwertiger Technik für die Fischzucht. Ihr Ziel ist es, eine sichere, wirtschaftliche, tierwohl-gerechte und nachhaltige Aquakultur zu ermöglichen. Hierfür bietet SENECT intelligente Steuerungstechnik, wartungsarme Sensoren, zuverlässige Futterautomaten, vielfältiges Zubehör und speziell für die Aquakultur entwickelte Trommelfilter an. Die hochpräzisen Messinstrumente ermöglichen es den Kunden, wichtige Umweltparameter wie Bodenfeuchte, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und andere relevante Größen genau zu erfassen und auszuwerten. Die einzelnen SENECT Produkte können zu leistungsfähigen Systemen kombiniert werden, sodass auch komplette Kreislaufsysteme daraus modular aufgebaut werden können.




